Herbarium anlegen, auch wenn die Zeit knapp ist

 

Für Auszubildende und Studierende der Fachbereiche Biologie, Garten und Landschaftsbau bzw. auch der Forstwirtschaft ist das Anlegen eines Herbariums eine Pflicht. Allgemein ist es so, dass der Rahmen für diese Pflanzensammlung mit dem Weg zum Ausbildungsziel verbunden ist. Es können durchaus Themen wie Heilpflanzen, Blätter einheimischer Bäume oder Nutzpflanzen vorgegeben werden. In jedem Falle bestehen bleibt der ausbildungsfördernde Wert dieses Tuns. Der Lernende muss in die Natur hinausgehen, Pflanzen sammeln und sich für eine Bestimmung mit der Fachliteratur beschäftigen. Und das hat für den künftigen Fachmann einen besonderen Wert.

Für das Anlegen eines Herbariums gäbe es mehrere Möglichkeiten, die aber häufig durch die Ausbildungsrichtlinien für die einzelnen Berufszweige eingeschränkt werden.

 

Da wäre zuerst das klassische Herbarium vorgestellt. Es sind gepresste und getrocknete Pflanzen oder Teile davon. Diese wurden und werden fast immer mit Klebstoff oder kleinen Klebestreifen auf einem sog. Herbarblatt befestigt. Auf diesem befindet sich auch die Beschreibung. So etwa präsentieren sich uns die Sammlungen bedeutender Forscher und Wissenschaftler vergangener Zeiten und auch für die Herbarien neuerer Zeit hat sich hier kaum etwas geändert. Es bleibt zwar die Variante das Herbarium durch Fotografieren und Scannen in digitalisierter Form zu erstellen. Diese Möglichkeit hat jedoch noch nicht die Beachtung und Verbreitung gefunden, die dieser zeitgemäßen Form gebührt. Folglich bleibt Auszubildenden und Studierenden nur der Weg diese Sammlung nach historischem Vorbild zu erstellen. Damit bleibt diese Art der Herstellung auch mit einem erheblichen Mangel behaftet. Es dauert mit 2-4 Wochen zu lange bis die Pflanzen zwischen Buchseiten oder in einer „richtigen“ Pflanzenpresse getrocknet und damit archivierungsfähig sind. Möglicherweise stellt man nach dieser Zeit auch erhebliche Mängel fest und möchte durch erneutes Pressen das misslungene Exemplar ersetzen. Nur die Blütezeit dieser Pflanze ist vorbei oder, falls eine Jungpflanze gepresst werden sollte, in dieser Entwicklungsform sind keine Pflanzen mehr vorhanden. Der kritische Punkt für diese Fälle ist einfach die lange Trocknungszeit. An dieser Stelle soll nun hier für viele Fälle eine hilfreiche Lösung vorgestellt werden. Das wichtigste Werkzeug ist die allbekannte Mikrowelle. Als wichtigstes Hilfsutensil dient ein altes nicht zu dickes Buch mit möglichst festen Einbanddeckeln. In das Buch (etwa Buchmitte) wird zuerst eine saugfähige Schicht aus Zellstoff (z. B. Tempo-Taschentuch) ausgebreitet. Dahinauf legt man eine Lage normalen Papiers (z. B. Zeitungsqualität), dann die Pflanze, folgend wiederum ein Blatt Papier und abschließend eine Lage Zellstoff o. ä. Das Buch wird nun zugeklappt und mit ein oder zwei Gummiringen fest verschlossen und in die Mikrowelle befördert.  Der Trocknungsvorgang dauert etwa 1,5 – 2,5 Minuten. Hier ist in Abhängigkeit von dem pflanzlichen Material das Probieren nötig. Nach dem Ablauf der eingestellten Zeit kann das Buch aus der Mikrowelle entfernt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Einbanddeckel heiß geworden sind. Es empfiehlt sich z. B. einen sog. Pfannenwender zur Hilfe zu nehmen. Nach der Entnahme der getrockneten Pflanzenteile steht nun das Material zur Archivierung bereit. Die Planlage des Trockengutes ermöglicht vor dem Einfügen in das Herbarium das Scannen mit einem Flachbettscanner, um zusätzlich ein fotografisches Abbild für weitere Verwendung zu erhalten. Auf der beigefügten Scanabbildung ist erkennbar, dass die Farben durch diese Trocknung nicht verfälscht werden. Trotzdem soll bemerkt werden, dass sich die Erfolge beim Erstellen eines Blattherbariums am schnellsten einstellen. Auf Ausführungen zur Gestaltung des Herbarblattes soll im Rahmen dieser kurzen Darstellung verzichtet werden.

Es funktioniert mit nahezu jedem Buch, nur es darf sich beim Buch nicht um eine Buchbinderarbeit handeln, bei der im Einband z.B. Metalldrahtklammern verwendet wurden.

Dann besteht in der Mikrowelle Brandgefahr.